Blick hinter die Kulissen: Physiotherapie beim Trainingslager der KAS Eupen
Beim Trainingslager der KAS Eupen sind nicht nur die Spieler und Trainer gefordert – auch das medizinische Team hat alle Hände voll zu tun. Wir haben mit den beiden Physiotherapeuten Xavier Santeugini und Martin Leruth über ihre Arbeit im Trainingslager gesprochen. Sie geben Einblicke in ihren Alltag, erklären die Unterschiede zum regulären Training in Eupen und verraten, wie sie Verletzungen vorbeugen.
Wie unterscheidet sich ein Tag im Trainingslager von einer normalen Trainingswoche in Eupen?Xavier Santeugini & Martin Leruth:
„Der größte Unterschied zum normalen Training in Eupen ist, dass die Tage hier im Trainingslager deutlich voller und enger getaktet sind. In Eupen arbeiten wir meist nur vormittags direkt mit den Spielern, während wir hier den ganzen Tag gemeinsam mit der Mannschaft verbringen – vom Frühstück über das Mittag- und Abendessen, Trainings, Shuttles zwischen Hotel und Trainingsgelände, Team-Meetings,… da vergeht ein Tag wie im Flug. Dadurch bleibt für die medizinische Betreuung der Spieler weniger Zeit als gewohnt. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen auf dem Trainingsgelände von Paris Saint-Germain auf einem extrem hohen Niveau – besser als das findet man kaum.“
Wie teilt ihr euch die Aufgaben auf?
„Xavier konzentriert sich vor allem auf Osteopathie und Massagen, während Martin vor allem die Rehabilitation und Prävention von Verletzungen im Gym betreut. Für die tägliche Pflege, etwa Massagen vor oder nach Trainingseinheiten sind wir beide zuständig. Dazu wählen die Spieler selbst aus, zu welchem Physiotherapeuten sie gehen. Zudem ergänzt Ludovic Deprêter ja noch unser Team, er wird am Mittwoch in Paris eintreffen. Wir freuen uns auch sehr, dass Olivier Materne, der jetzt auch schon in Paris dabei ist, in erster Linie die Aktivitäten aller Physiotherapeuten – auch die der Jugend – koordinieren wird.
Wie arbeitet ihr mit dem Trainerteam, insbesondere mit dem Physical Coach, zusammen?
„Wir stehen täglich mit João, unserem Physical Coach, im Austausch. Vor allem besprechen wir Spieler, die sich im Aufbautraining befinden oder angeschlagen sind, und entwickeln individuelle Trainingsprogramme, um Belastung und Rehabilitation optimal zu steuern.“
Gibt es spezielle Präventionsmaßnahmen im Trainingslager?
„Interessanterweise ist die Pflege während des normalen Ligaalltags in Eupen oft intensiver. Dort haben die Spieler mehr Zeit: Vor dem Training können sie sich bis zu zwei Stunden von uns vorbereiten lassen und im Gym aufwärmen – mindestens eine halbe Stunde ist verpflichtend. Für das Warm-up im Kraftraum gibt es auch Vorgaben des Physical Coaches. Nach dem Training folgt häufig eine weitere Einheit im Gym. Im Trainingslager haben wir diese großen Zeitfenster nicht – deshalb müssen wir die Prävention anders steuern.“
Welche Rolle spielt die Regeneration?
„Erholung ist hier enorm wichtig. Die Trainingsfrequenz ist oft höher als in einer normalen Woche. Massagen zur Muskelentspannung, angepasste Ernährung und ausreichend Schlaf sind entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden.“
Was ist die größte Herausforderung während eines Trainingslagers?
„Unsere oberste Priorität ist, dass möglichst kein Spieler verletzt wird. Wir behalten immer das nächste Meisterschaftsspiel am 17. Januar gegen Tabellenführer SK Beveren im Blick. Ziel ist, dass alle Spieler fit und einsatzbereit sind.“