Rückblick mit Zeitzeugen

Frank Mockel: „Bei den Derbys ging es hoch her, jeder wollte die AS schlagen“

Im Alter von 7 Jahren hat Frank Mockel angefangen, bei der AS Eupen Fußball zu spielen. Heute ist er 59 Jahre alt und ist immer noch als Coach der Traditionself und Mitglied der VoG im Verein aktiv. „Und natürlich als Fan der 1. Mannschaft“, unterstreicht Frank Mockel beim Gespräch über seine Karriere bei der KAS Eupen, die sportlich durchaus erfolgreich verlief. Von 1982 bis 1994 spielte er als Verteidiger in der 1. Mannschaft der Schwarz-Weißen und war auch über eine lange Zeit ihr Mannschaftskapitän.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit in der 1. Mannschaft der KAS Eupen?

Das war die Zeit von 1982 bis 1994. Gemeinsam mit einigen meiner Kumpels bin ich als Jugendlicher in die 1. Mannschaft aufgestiegen, weil der Verein zu dem Zeitpunkt in finanziellen Nöten steckte und sich keine Transferspieler leisten konnte. Claudy Semianov war unser Trainer, ein kumpelhafter Typ, der leider im letzten Jahr verstorben ist. Mit ihm haben wir 1984 den Aufstieg von der Promotion in die 3. Division geschafft. Das war dann auch schon einer der schönsten Augenblicke meiner Karriere, denn ein Aufstieg ist das Tollste, was man als Mannschaftssportler erreichen kann.

An welche ihrer Mitspieler erinnern Sie sich?

Da habe ich in 13 Jahren meiner Zugehörigkeit zur 1. Mannschaft natürlich viele kommen und gehen sehen und die Liste kann nicht annähernd komplett wiedergeben. Um dann doch einige zu nennen: Günther Jungbluth, Oli Verdin, Pierrot Thissen, Damien Dohogne, Lars Heese , Ferdy Evertz und Luc Waleffe haben in dieser Zeit in unserer 1. Mannschaft gespielt, so wie auch die deutschen Mitspieler Andreas Helmel, Helmut Rombach und Udo Niessen, die uns dabei geholfen haben, ein besseres Spielniveau zu erreichen.

Welche Trainer haben Sie geprägt?

Unvergessen bleibt Guillaume Rox, aufgrund seiner Haarpracht ‚Locke‘ genannt. Er hat mich als Jugendlicher trainiert und war dann viele Jahre später auch noch der Trainer meines Sohnes. Auch Harald Toussaint, der sich über viele Jahre hinweg für die AS Eupen engagiert hat, war mein Trainer. In der 1. Mannschaft habe ich dann unter anderem unter Claudy Semianov und unter meinem Kumpel Frank Neumann trainiert.

Wie oft wurde damals trainiert?

In der Saisonvorbereitung 3-4 pro Woche, in der Saison dann 2-mal wöchentlich, am Dienstag und Donnerstag. Gespielt wurde meist am Samstagabend.

Wie war in den 80er Jahren die Atmosphäre im Stadion?

Es ging schon sehr stimmungsvoll zu, vor allem bei den Derbys gegen Verviers, Malmedy oder Aubel. Denn jeder wollte natürlich die AS schlagen. Am Anfang stand die Haupttribüne noch auf der Gegenseite, wo heute die T3 steht. Es kamen meist 500-600 Zuschauer, ich kann mich aber auch Spiele vor 3500 Zuschauern erinnern. Es waren halt in unserer 1. Mannschaft viele Spieler aus der Region dabei und das hat natürlich die Zuschauer aus den einzelnen Ortschaften angelockt.

Das Café Penalty war sicher schon damals eine wichtige Anlaufstelle!

Das kann man wohl sagen, vorne gab es die Wirtschaft und hinten das Sälchen, wo die taktischen Besprechungen stattfanden und wo wir erfuhren, wer spielte und wer nicht. Nach dem Donnerstagstraining haben wir uns im Penalty bei einem Glas Bier auf das Spiel vom Samstag eingestimmt, das war sozusagen der Start unserer Vorbereitung auf das Spiel.

Heute noch sind Sie Mitglied der VoG AS Eupen und als Fan der 1. Mannschaft Besucher im Kehrweg-Stadion. Was hat sich seit Ihrer Zeit in der 1. Mannschaft verändert, was ist gleich geblieben?

Der Verein hat natürlich in den letzten 10 Jahren durch den Einstieg von Aspire eine enorme Entwicklung hin zu einem professionellen Club und einem wichtigen Arbeitgeber der Stadt erlebt. Und davon profitieren nicht nur die Profis der 1. Mannschaft und die Jugendspieler des Vereins sondern auch der Partnerclub FC Eupen, über die Ballsportschule auch die KTSV Eupen oder auch das Integrations Team des Clubs.

Was gleichgeblieben ist, sind der Geist und die Werte des Vereins. Auch bei uns ging es um sportlichen Erfolg, Disziplin, die Motivation, etwas reißen zu wollen, sowie Respekt. All dies ist auch heute noch nötig, um erfolgreich zu sein mit einer Truppe mit 28 Profis, die ein gemeinsames Ziel erreichen wollen.

Was wünschen Sie der KAS Eupen zum 75-Jährigen?

Sportlichen Erfolg für die nächsten 75 Jahre und weiterhin ein so glückliches Händchen bei der Führung des Vereins, wie es bis heute immer der Fall war.