„Keine leichte Entscheidung für das Covid-Safe-Ticket“

Ab dem kommenden Wochenende organisiert die KAS Eupen ihre Heimspiele mit dem Covid-Safe-Ticket (CST). Die neue Regelung findet erstmals bei der Begegnung vom Samstag, 11. September um 16h15 gegen Antwerp FC Anwendung. Die ersten drei Heimspiele dieser  Saison gegen Anderlecht, STVV und Seraing wurden noch ohne Covid-Safe-Ticket, dafür aber mit Maskenpflicht, Abstand und reduzierter Zuschauerzahl durchgeführt.

„Wir haben uns die Entscheidungen nicht leicht gemacht. Weder den Beschluss, gegen Seraing noch nach den früheren Corona-Regeln zu spielen, noch die Entscheidung, von nun an mit Covid-Safe-Ticket zu spielen“, sagt Thomas Herbert Finanzdirektor der KAS Eupen.

„Gleich wie wir es machen, wir stoßen immer einem Teil unserer Fans und Zuschauer vor den Kopf. In meinen Augen wäre es am besten gewesen, das Covid-Safe-Ticket für den Hauptteil des Stadions einzuführen und eine Tribüne mit Abstandsregel und Maskenpflicht für die Ungeimpften zu reservieren. Aber diese Mischformel lässt die Pro League nicht zu. Letztlich ist unter unseren Fans eine klare Mehrheit für das Covid-Safe-Ticket und so haben wir uns dann entschieden“, so Thomas Herbert weiter.

In einem Interview erläutert der Finanzdirektor der KAS Eupen die Beweggründe des Clubs, die nächsten Heimspiele mit CST zu organisieren.

Das Interview mit Thomas Herbert, Finanzdirektor der KAS Eupen

Viele Fans der KAS Eupen freuen sich darauf, die Spiele im Kehrwegstadion wieder unbeschwert erleben zu können. Ohne Maske, ohne Abstand, aber dafür mit dem Covid-Safe-Ticket, das nur den Geimpften, Genesenen und negativ Getesteten Gästen Zugang zum Stadion erlaubt. Was hat die KAS Eupen veranlasst, jetzt das CST einzuführen?

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Einige unserer Fans sind nicht geimpft und müssen sich testen lassen, um ins Stadion kommen zu können. Das sind zusätzliche Kosten, die einige hart trifft. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn wir eine Tribüne für ungeimpfte Fans mit Abstand hätten öffnen dürfen. Die Liga hat sich dagegen entschieden. Es gab also keine gute Lösung für alle. Das bedauere ich sehr, denn Fußball muss in meinen Augen für jeden zugänglich und erschwinglich sein. Letztlich war aber die klare Mehrheit unserer Fans für das Covid Save Ticket. Das müssen wir als Club dann akzeptieren und ich denke, alle Fans sollten diese Mehrheit auch respektieren.

Insbesondere in der Gruppe der Dauerkartenkunden waren die meisten für das Covid-Safe-Ticket, oder?

Ja, unseren Dauerkartenkunden haben wir ja bei den ersten drei Spielen einiges zumuten müssen, da sie nicht auf ihren Plätzen sitzen konnten und trotz Dauerkarte – wenn auch gratis – noch Tickets für das Spiel buchen mussten. Für unsere Dauerkartenkunden wird es mit CST deutlich einfacher.

Wichtig ist: Alle Fans können kommen, geimpfte und ungeimpfte, die negativ getestet wurden! 

Selbstverständlich. Das Covid-Safe-Ticket erlaubt den Zweifach-Geimpften, den nachweislich Genesenen sowie gleichermaßen den aktuell getesteten Zuschauern den Zugang zum Stadion. Als Club respektieren wir jeden Standpunkt und jede Entscheidung unserer Fans. Deshalb möchten wir auch diejenigen unterstützen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht haben impfen lassen, die aber mit einem negativen Corona-Test ihr Covid-Safe-Ticket erlangen können. Der Club wird über die Hälfte der Test-Kosten tragen, wenn der Fan beim Test ein Ticket zum Spiel oder das aktuelle Trikot der KAS Eupen vorweisen kann.

Warum gibt es den Test zu ermäßigten Konditionen denn nicht nur mit dem Ticket zum Spiel, sondern auch mit dem KAS-Trikot?

Einige Fans haben uns gesagt, dass sie nicht erst ein Ticket kaufen wollen und sich dann testen lassen. Sie wollen auf Nummer Sicher gehen und das Ticket erst kaufen, wenn der Test negativ ist. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit mit dem Trikot.

Wo und wann kann der AS-Fan sich testen lassen?

Die Gespräche mit den Testanbietern laufen noch. Wenn die konkreten Infos zu diesem Angebot vorliegen, werden wir das publizieren.

Wie organisiert der Club den Zugang zum Stadion und die Kontrolle der Covid Save Tickets?

Um zunächst die Covid-Safe-Tickets und anschließend die Tickets zum Spiel zu kontrollieren,  brauchen wir eigentlich eine doppelte Absperrung rund um das Stadion. Dazu ist der Platz jedoch nicht vorhanden: Das Stadion liegt an einer Straße, die nicht gesperrt werden soll, und in einem Wohngebiet. Wir mussten eine andere Lösung finden. Jetzt wird es so sein, dass unsere Stewards an den Eingängen zunächst das CST kontrollieren und dann die Eintrittskarte, sozusagen hintereinander weg.

Wie streng werden die Kontrollen sein?

Die Kontrollen werden sehr strickt sein. Wenn wir nicht sicher sind, dass jeder im Stadion über ein amtliches und gültiges CST verfügt, macht das System keinen Sinn und wir könnten unseren Besuchern nicht die Covid Sicherheit geben, die sie von uns erwarten. Aus diesem Grund können wir auch nur Mitarbeiter einsetzen, die ihr Covid-Safe-Ticket haben.

Welchen Beitrag können die Zuschauer leisten?

Den Zuschauern möchten wir dringen empfehlen, ihr eigenes Covid-Safe-Ticket auf ihr Smartphone zu laden oder es auszudrucken. Außerdem sollte der Fan vor dem Besuch des Stadions prüfen, ob die wichtigsten Angaben wie zweifache Impfung, Genesung oder gültiger/aktueller Test tatsächlich im QR-Code gespeichert sind. Ein QR-Code, der beispielsweise nur die 1. von 2 Impfungen bestätigt (1/2), ist ungültig und berechtigt nicht zum Eingang ins Stadion. Wie gesagt, da müssen wir sehr strikt sein, sonst macht es keinen Sinn und wir könnten nicht die angestrebte Sicherheit vor einer Infektion bieten.

Wie blicken sie dem ersten Heimspiel mit Covid-Safe-Ticket entgegen?

Mit gemischten Gefühlen. Mir ist bewusst, dass das 1. Spiel mit CST sowohl jedem einzelnen unsere Mitarbeiter als auch jedem Besucher des Spiels im Vorfeld einiges abverlangt. Aber, wenn alle an einem Strang ziehen und gut vorbereitet in die Partie gehen, kann es das erste richtige Fußballfest im Kehrweg-Stadion nach 1½ Jahren werden. Darauf freue ich mich.