„Genk ist der Favorit, aber wir starten auf Augenhöhe“

Das große Finale um den belgischen Pokal der U21 steigt am Samstag, dem11. Mai im Eupener Kehrweg-Stadion. Die KAS Eupen trifft ab 15.00 Uhr auf den KRC Genk, der Eintritt zu der Partie ist frei. Der KRC Genk gilt auch im Jugendbereich als einer der besten Vereine des Landes und ist somit der Favorit für dieses Endspiel. Dennoch sieht Angel Cortes, der Trainer der U21 der KAS Eupen, auch Chancen für seine Mannschaft. Dies hat der Coach in seinem Interview zum Spiel erklärt.

Gab es für Ihr Team eine spezifische Vorbereitung auf dieses Finale?

Nein, wir haben dieses Spiel genauso vorbereitet wie alle anderen Spiele. Nur haben wir eine etwas detailliertere Analyse des Gegners vorgenommen, aber sonst gab es nichts Besonderes. Wenn ich die Einstellung und Intensität meiner Spieler im Training sehe, bin ich überzeugt, dass wir gut vorbereitet sind für dieses Finale.

Können Sie am Samstag in Bestbesetzung antreten? 

Mit Ayoub El Harrak, Amadou Keita und Lucas Geurde sind gleich drei Mittelfeldspieler unserer Mannschaft gesperrt. Darüber hinaus haben sich  Boris Lambert und Rabbi Daudet Djongambo während des Freundschaftsspiels gegen Seraing verletzt. Aber ich will mich nicht beschweren oder Ausreden suchen. Vielmehr werden wir alles tun, um das Spiel mit den verfügbaren Spielern zu gewinnen.

Wird es zusätzliche Verstärkung aus der ersten Mannschaft geben? 

Nein, die einzigen Spieler aus dem A-Kader, die momentan bei uns spielen, sind Ignace N’Dri und Sibiry Keita, unsere beiden Neuzugänge von der Aspire Academy Sénégal sowie der Torwart Manaf Nurudeen. Aber das sind Spieler, die auch in den letzten Wochen schon für unsere U21 gespielt haben.

Stellen Sie uns Ihre Mannschaft kurz vor, woher kommen die Spieler?

Die meisten von ihnen sind Spieler aus der Provinz Lüttich, die in einer maximalen Entfernung von 40 bis 50 km von Eupen leben. Marciano Aziz wohnt in Eupen, dann haben wir Spieler aus Aubel, aus dem Herver Land und aus der Region Verviers oder Lüttich. Es ist also wirklich ein Team mit starker regionaler Verankerung. Darüber hinaus haben die meisten Spieler einen  Großteil ihrer Ausbildung bei der KAS Eupen absolviert. Dass wir jetzt zum zweiten Mal nach 2015 erneut das belgische Pokalfinale erreichen, ist für die Jugendabteilung unseres Vereins ein toller Erfolg.

Mit welcher Taktik werden Sie in das Finale starten?

Ich glaube nicht, dass wir viel an unserer üblichen Taktik ändern werden. Eupen ist ein Team, das versucht, mit Ballbesitz zu spielen, das ist unsere DNA. Wir sind auch ein Team, das schnell nach vorne spielen möchte. Das wollen wir auch beim Finale probieren.

Alle gehen davon aus, dass der KRC Genk der große Favorit für das Finale ist. Sehen Sie das auch so?

Ich weiß nicht, ob es wirklich einen Favoriten gibt. Klar spricht die Statistik für den KRC Genk. Weil die Limburger diesen belgischen Pokal in den letzten Jahren mehrfach gewonnen haben, weil sie ein Budget haben, das unseres um ein Vielfaches übersteigt und weil der Club für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt ist. Aber in einem Spiel ist alles möglich, und ich denke, wir können mit ihnen konkurrieren.

Austragungsort des Endspiels ist das Eupener Kehrweg-Stadion, inwieweit ist es ein Vorteil?

Das wird ein großer Vorteil sein. Ich bin sicher, dass die Unterstützung der Fans zusätzliche Kräfte frei setzt. Das haben wir schon beimHalbfinale hier in Eupen gegen OHL gespürt. Und ich möchte auch das Champions League-Spiel dieser Woche zwischen Liverpool und Barça als Referenz nehmen. Barça war der Superfavorit mit einem Hinspiel-Ergebnis, bei dem eigentlich schon alles entschieden war. Am Ende ist Barça ausgeschieden und Liverpool steht im Finale. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie groß die Rolle der Fans sein kann. Auch wenn Genk der Favorit ist, sehe ich uns auf Augenhöhe.

Luis Garcia hat diese Saison mit Ihrem Staff und mit der Mannschaft gearbeitet. Er hat versprochen, von Spanien nach Belgien zurück zu kommen, um die Mannschaft zu unterstützen, wenn sie jemals das Finale erreichen sollte. Genau das ist jetzt geschehen. Wie sieht es aus, kann Luis Wort halten?

Ja, Luis wird aus Spanien kommen, um unser Finale mit zu erleben. Er wird am Samstag um 11.30 Uhr in Zaventem landen und rechtzeitig im Stadion sein. Seine Unterstützung ist sicherlich eine zusätzliche Motivation für meine Mannschaft und den ganzen Club.