Christoph Henkel, Generaldirektor KAS Eupen, zu …

… wie die KAS Eupen mit der Situation umgeht:

Wir haben der Mannschaft letzten Freitag eine Woche Urlaub gewährt. Das war vorher schon geplant. Alle Mitarbeiter im Büro haben wir bis zum 3. April gebeten, ihre Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Es geht darum, alle Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit des Clubs zu gewährleisten. Das klappt gut. Einige Mitarbeiter bleiben vor Ort, wie etwa unsere Greenkeeper. Da halten wir eine Ansteckungsgefahr für gering. Sie sind an der frischen Luft und halten Abstand.  Grundsätzlich befolgen wir die Ratschläge und Anweisungen der Behörden und versuchen, durch eine soziale Distanz uns und insbesondere die Risikogruppen zu schützen.

… wie es für die Mannschaft weiter geht: 

Der belgische Fußballverband und die Pro League haben gestern die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus verlängert. Demnach soll es bis zum 5. April kein kollektives Training geben und bis zum 30. April keine Fußballspiele in ganz Belgien. Somit bleiben unsere Spieler zuhause und absolvieren dort weiterhin ihr tägliches Fitnessprogramm, das der Trainerstaff für sie ausarbeitet. Wir haben gegenüber unseren Spielern und ihren Familien eine Verantwortung. Gleichzeitig müssen wir aber die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter sichern und bereit sein, sobald wieder Fußball gespielt werden kann. Wie machen wir das, ohne ein Risiko für unsere Mitarbeiter und Familien einzugehen? Das prüfen wir jeden Tag neu.

… der Verantwortung des Clubs in diesen Zeiten:

Für uns alle ist eine solche Situation neu. Wir als KAS Eupen haben in Eupen jetzt eine große Verantwortung. Dessen sind wir uns bewusst. Die KAS Eupen ist mehr als Fußball. Es gibt viele, die sich jetzt Sorgen machen, wie es für sie und Ihre Familie weiter geht. Über uns fließen jedes Jahr mehrere Millionen Euro in die ostbelgische Wirtschaft. Das wollen wir stabil halten, obwohl wir natürlich auch selbst Einbußen haben. Zudem machen wir uns Gedanken, wie wir helfen können. Und wir wollen sobald wie möglich wieder Fußball spielen, um den Menschen Ablenkung zu verschaffen. Aber jetzt gibt es erst einmal Wichtigeres.

… Einschnitte bei der KAS Eupen:

Wir beschäftigen über 110 Mitarbeiter. Für uns hat die Sicherung aller Arbeitsplätze absolute Priorität. Wir haben den Vorteil, dass die Saison fast zu Ende ist und wir schon für die neue Saison planen können. Das hilft uns jetzt natürlich. Wir versuchen Investitionskürzungen zu vermeiden, die die Region betreffen würden. Wir haben ein festes Budget und müssen, wie jede andere Firma, damit auskommen. Da bestehen manchmal falsche Vorstellungen. Wir haben uns in den letzten Jahren stabil aufgestellt. Das ist jetzt ein Vorteil.

… das Ende der Meisterschaft:

Die Verlegung der Europameisterschaft verschafft uns etwas mehr Zeit. Der Play-Off Modus wird in Belgien nun zum Vorteil, da nur ein Spieltag noch gespielt werden muss, um die reguläre Meisterschaft abzuschließen. Wir müssen aber nun zunächst abwarten, ob die beschlossenen Maßnahmen greifen und die Zahl der Infektionen sinkt. Das ist nun das Wichtigste und gute Entscheidungen können erst dann getroffen werden.

… Auswirkungen auf die Lizenz:

Wir werden alle Dokumente zeitnah einreichen und haben keine Sorgen, dass wir die Lizenz erhalten werden.“